29. Juli 2021,Welterschöpfungstag 2021

 

Grafik: Wiener Zeitung, 29. Juli 2021

 

Die allergrößte Illusion ist, dass wir ungestraft einfach so weiter machen können wie in den vergangenen Jahrzehnten.

An diesem Tag, dem29. Juli sind heuer die Ressourcen, die uns global für ein Jahr zur Verfügung stehen würden, verbraucht. Der ganze Rest des Jahres geht auf Kosten der Zukunft des Planeten.

Was tun? 

- Weniger Kohle, Erdöl und Erdgas verbrennen.

- Nachhaltige Energien aus Sonne und Wind ausbauen.

- Natur großflächig wie kleinteilig schützen und erhalten.

- Energie und Ressourcen effizient nutzen. Weniger verschwenden.

- Flüsse renaturieren.

- Wälder aufforsten

- Blühende Wiesen zulassen statt eintönige „Rasen“ erzwingen.

- Flächenverbrauch reduzieren.

- Landwirtschaft ökologisieren.

- Weniger Fleisch essen.

- Industrien ökologisch umbauen.

- Weniger fliegen und wenn, dann mit hundert Prozent Klima-Ausgleich.

- Weniger Autofahren. Autos und Motorräder mit weniger Verbrauch.

- Mehr Öffis und Fahrräder.

- Ökologische Gebäudeisolierung und nachhaltige Energien beim Heizen.

- Nachhaltige, giftfreie, langlebige re- und upcycelbare Produkte.

- Weniger Konsum mit besserer Qualität.

- Weniger wegwerfen.

- Mehr reparieren.

- Luxus- und Prestigekonsum stoppen.

- Übermotorisierung, Geschwindigkeits- und PS-Wahn stoppen.

- Regionaler wirtschaften.

- Weniger transportieren.

- Internationale Handelsbeziehungen fair(er) gestalten.

- Globale Rüstungsausgaben reduzieren.

- Aus Risikotechnologien aussteigen.

- Weniger Raubbau, nachhaltige Lebensqualität.

- Globale Sozial- und Umweltstandards.

- Einsatz für mehr Gerechtigkeit, Menschenrechte und soziale Rechte!

- Ein gutes Leben für alle!

 

So schwierig? Und wer soll damit anfangen? Die privilgierten BewohnerInnen reicher Länder oder die Menschen in Tigray?

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18. 07. 2021

Lachen muss nicht Herzlosigkeit zeigen!

Ich mag diese billige politische Stimmungsmache nicht. CDU-Chef Armin Laschet hat bei einem Besuch im deutschen Hochwassergebiet einmal gelacht und wurde dabei gefilmt. Mit der Szene wird nun im deutschen Wahlkampf Politik und Stimmung gemacht. Ich würde die CDU nie wählen, aber das missfällt mir zutiefst. Lachen muss nicht Ausdruck von Herzlosigkeit und mangelndem Mitgefühl sein. Lachen kann auch der Spannungsabfuhr dienen und es gibt Lachen auch als paradoxe Reaktion in besonders tragischen oder ernsten Momenten.

Hinter Armin Laschet lauert in der CDU übrigens der hardcore-neoliberale Friedrich Merz. Der lacht nie.

 

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16. 07. 2021

Was ist, wenn die Flut wirklich schon der Klimawandel ist?

Es wird immer wahrscheinlicher, dass es tatsächlich einen vom Menschen mit verursachten Klimawandel gibt. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus und der Augenschein spricht ebenfalls dafür.

Es ist klar, was dagegen getan werden muss. Ein gutes Leben mit weniger Raubbau. Weniger Kohle, Erdöl und Erdgas verbrennen und verbrauchen. Ressourcen schonen. Natur erhalten. Flächenverbrauch reduzieren. Landwirtschaft ökologisieren. Weniger Fleisch essen. Nachhaltige Energien wie Sonne und Wind ausbauen. Weniger fliegen. Weniger fahren. Weniger wegwerfen. Übermotorisierung stoppen.

Wenn es so ist, dass Tragödien wie die aktuelle, tödliche, zerstörerische Flut in Deutschland, tatsächlich bereits ursächlich auf den Klimawandel zurückzuführen sind, wie ist dann unsere Mehrheitspolitik und die Lebensweise der allermeisten MitbürgerInnen zu bewerten? Weitblickend? Vernünftig? Verantwortungsbewusst? Gemäßigt? …

Das wären so ein paar Fragen.

 

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14. 7. 2021

Tut´s nicht streiten??? Diesmal ist es Feigheit!

Oft ist es ja ein guter Rat, nicht zu streiten oder zumindest öffentlichen Streit zu vermeiden. Diesmal aber sind die unzähligen diesbezüglichen Statements aus der SPÖ nur der ängstliche Versuch, nicht Partei ergreifen zu müssen. Genau das wäre aber notwendig. Die SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi Wagner, bislang kein politisches Schwergewicht, aber ebenso bislang eine redliche, seriöse, konstruktive Politikerin mit Stil und Zähigkeit wird von eigenen Leuten seit ihrer Wahl zur Vorsitzenden permanent beschädigt. Die "Kritiker" und Intriganten sind großteils verhinderte Möchtegern-Populisten. Es war höchste Zeit, dass Pamela Rendi-Wagner, den ständigen öffentlichen Desavouierungen durch den burgenländischen Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil und Co. ebenso öffentlich klar Paroli bietet. Das war mutig und verdient Unterstützung.

Mit einem „Tuts nicht streiten“ unterstützt man in dieser Situation nur den Herrn Doskozil.

Soll er doch eine weitere Rechtspartei in Österreich gründen! Auf eine mehr in dieser traurigen Liste kommt es nicht mehr an. Nie, nie, nie vorher in der Zweiten Republik sind Wählerschaften so geblendet, betrogen und getäuscht worden, wie von den Rechtsparteien und ihren Politikern seit dem Aufstieg Jörg Haiders. FPÖ, BZÖ, Team Stronach… Nichts haben diese Hundertschaften an politischen Abenteurern für die Leute getan, mit deren Stimmen sie sich an die Futtertröge gebracht haben. Wenn Herr Doskozil in diese Fußstapfen treten will, soll er. Das macht das Kraut nicht mehr fett.

 

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1. Juli 2021

JBZ-TV, Reihe Zukunftsbuch

Die Aufzeichnung des Gespräch von Hans Holzinger mit Heinrich Breidenbach im Rahmen der JBZ-Reihe „Zukunftsbuch“ am 1. Juli 2021 in der Robert Jungk Bibliothek für Zukunftsfragen in Salzburg:

www.youtube.com/watch?v=xO3k6hfKDOc&list=PLTKqUBCJ9PGEr3StRdqFHPGN4lqvKqSGj&t=3s

 

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15. 6. 2021

Tolle Rezension!

Hans Holzinger, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Robert Jungk Bibliothek für Zukunftsfragen, hat eine tolle, fundierte Rezension der "Wortkeulen" für das Buchmagazin "Pro Zukunft" verfasst. Vielen Dank, lieber Hans! Das freut mich sehr.

https://www.prozukunft.org/buecher/achtung-wortkeulen

 

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14. 6. 2021

Steuern zahlen wäre „Zusammenhalt“ in der „Heimatgemeinde“!

In der Salzburger Gemeinde Flachau entdeckten Steuerfahnder bei einem örtlichen Gastronomen und ÖVP Politiker knapp 3,5 Millionen Euro in bar und auf über 200 fein portionierten Sparbüchern. Die lokale Aufregung ist groß, greift aber sehr kurz. Es geht nämlich nicht um die Gastronomie, die ÖVP oder um einen einzelnen Verdächtigen. Jeder Partei kann so etwas mit einem Mitglied passieren. Es ginge darum, dass „Zusammenhalt“ mehr als sinnentleerte Folklore ist.

Die Propaganda in Wirtschaftskreisen gegen den „Steuerstaat“ mit beschönigenden Begriffen wie „Notwehr“, wenn es um Steuerbetrug geht, fördert solche Mentalitäten. Daran ist die ÖVP nicht unbeteiligt.

 

Heimat, Zusammenhalt und Tugenden wären mehr

Der verdächtige und inzwischen zurück getretene ÖVP-Mandatar betont auf der Facebook Seite der ÖVP Flachau („Gemeinsam für unsere Heimatgemeinde“) im März 2019 im Trachtenjanker den „Zusammenhalt in der Gemeinde“ und tritt dafür ein, „unsere Gemeinschaft, Bräuche und Tugenden zusammen und miteinander in unserem schönen Flachau zu leben“.

Dieser Auftritt, diese Terminologie, diese Schlagworte erweisen sich als billige Folklore, als ein Rauchvorhang vor den Realitäten, ohne Bezug zum wirklichen Leben.

„Heimat“, „Zusammenhalt“, „Tugenden“ sind eben nicht übergroße Hirschknöpfe, scheußliche giftgrün trachtige Krawatten und hohle Phrasen! Sondern das wäre zum Beispiel halbwegs ehrlich Steuern zu zahlen, auch für die „Heimatgemeinde“! Anders geht der viel beschworene „Zusammenhalt“ in der „Heimat“ nicht!

Das wäre ein Punkt.